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Hundert Jahre Seipp – 100 Jahre Marcel Breuer

Marcel Breuer, dessen Geburtstag sich im Mai 2002 zum Hundertsten mal jährt, gilt als einer der bedeutendsten Designer des 20. Jahrhunderts.

Marcel Breuer

Marcel BreuerGeboren im ungarischen Pécs zieht es ihn Anfang der 20er Jahre ans Bauhaus in Weimar, wo er eine Lehre in der Tischlerei-Werkstatt absolviert. 1922 entsteht dort der Holzlattenstuhl, eines der wichtigsten Objekte des Bauhauses zu dieser Zeit. Nur drei Jahre später wird Breuer 1925 Leiter der Möbelwerkstatt des Bauhauses. Im selben Jahr entwirft und realisiert er dort sein erstes Stahlrohrmöbel, den noch heute produzierten Hocker. 1926 folgte der „Stahlclubsessel“, ein Klassiker der Möbelgeschichte, der seit den 60er Jahren besser bekannt ist unter dem Namen "Wassily“.

Marcel Breuer ist der „Vater“ der modernen Stahlrohrmöbel, die Einzug hielten in unzählige Wohnungen, Häuser, Büros und Cafés. Stahlrohrmöbel wurden zu Symbolen des neuen Wohnens, sie waren Ausdruck der Modernität und spiegelten das Zeit- und Lebensgefühl der Avantgarde wider. In der Folgezeit entwirft Breuer zahlreiche weitere Stühle, Sessel, Tische und Schränke, die stets dem Bauhaus- Ideal entsprachen größtmögliche Funktionalität mit ästhetischem Anspruch zu verbinden.

Marcel BreuerTrotz des Erfolgs seiner Stahlrohrmöbel bleibt Breuer diesem Material nicht verhaftet, vielmehr ist er immer auf der Suche nach neuen Werkstoffen für neue Möbel. So entstehen Stühle und Tische aus Aluminium oder Sperrholz. Mit dem „Isokon“- Sessel schafft Breuer 1935 ein Möbelstück, das komplett aus Sperrholz gefertigt ist und in seiner Linienführung der Form des menschlichen Körpers folgt. Dieser Sessel gilt als Vorläufer des „organic furniture“, das erst Jahre später in den USA seinen Anfang nahm.

Marcel Breuer Möbelentwürfe

Ende der 20er Jahre ist Breuer zunächst hauptsächlich tätig als Möbelentwerfer und Innenarchitekt. Er konzipiert Inneneinrichtungen für zahlreiche Bauhaus-Gebäude aber auch für Wohnungen von Privatpersonen. Gemäß dem neuen Wohnen schafft er helle, offene und transparente Räume, die ausschliesslich mit von ihm entworfenen Standardmöbeln ausgestattet werden. Klassisches Beispiel für Breuers damaligen Einrichtungsstil ist die Wohnung des Theaterregisseurs Erwin Piscator.

Marcel Breuer Möbelentwürfe

Marcel Breuer1928 verläßt Marcel Breuer das Bauhaus und eröffnet zusammen mit Walter Gropius ein Architektur-Büro in Berlin. Er bleibt ohne klassische Architektur-Ausbildung, doch der Autodidakt Breuer bildet sich selber zum Architekten weiter. Zunächst bleiben seine Entwürfe unausgeführt, in den 50er und 60er Jahren soll er jedoch zu einem der meistbeschäftigten Baumeister seiner Zeit werden.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung sieht sich Marcel Breuer 1935 gezwungen Deutschland zu verlassen und emigriert nach London. In seinem dort gegründeten Architektur-Büro entwirft er unter anderem den „Gane-Ausstellungspavillon“, der 1936 in Bristol gebaut wird. Erstmals kombiniert Breuer hier traditionelle Baumaterialien wie Naturstein und Holz mit modernen Werkstoffen. Diese Bauweise soll charakteristisch werden für sein weiteres Schaffen.

Marcel Breuer

Marcel Breuer1937 folgt er dem Ruf der renommierten Harvard University, die ihm aufgrund einer Empfehlung seines Mentors Walter Gropius eine Professur an der School of Design angeboten hatte. In den folgenden Jahren erstellt er zunächst zusammen mit Gropius einige Häuser, später plant und errichtet er selbstständig zahlreiche Privathäuser - vor allem in Neu-England - die sich in Material und Konstruktion sehr ähnlich sind.

Breuers Aufstieg zu einem international angesehenen und erfolgreichen Architekten nimmt seinen Anfang im New Yorker Museum of Modern Art. 1948 stellt das MOMA eine Wanderausstellung zum Werk Breuers zusammen. Im Zuge dieser Ausstellung erhält er den Auftrag im Garten des Museums ein Musterhaus zu errichten, das „House in the Museum Garden“.

Marcel Breuer

Marcel BreuerDem Mitwirken am UNESCO-Gebäude in Paris 1953 schliesslich verdankt Breuer seine weltweite Anerkennung als Architekt. Er unterhält Büros in New York und Paris und betreut in den folgenden Jahren Großprojekte in den USA und in Europa.

Marcel Breuer stirbt im Juli 1981 in New York.

Trotz all seiner Erfolge im Bereich Architektur wird der Möbelentwerfer Breuer von der Fachwelt oft über den Architekten Breuer gestellt - ein Umstand, der wohl daher rührt, dass seine glanzvollen, oft visionären Entwürfe der 20er und 30er Jahre bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben und sich wie selbstverständlich in unseren heutigen Wohnraum des 21. Jahrhunderts einfügen.

Marcel Breuer