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Der Panton Chair

Der erste aus einem Stück gefertigte Vollkunststoff-Stuhl. Viele Hersteller hatten Verner Pantons Entwurf abgelehnt: zu instabil. Doch Rolf Fehlbaum glaubte an die Idee und die Techniker von Vitra konnten sie wirklich umsetzen. Der Rest ist Designgeschichte.

Verner Panton

Ein Mann, ein Stuhl, ein Lebensgefühl: Verner Panton. Fast fünfzig Jahre beschäftigt ihn ein Stuhl - immer wieder. Schon während seines Studiums skizziert der Däne 1949/50 hinterbeinlose Stühle. Sie sollen anders aussehen als die 1926 erfundenen Freischwinger. 1967 ist seine Idee endlich optimal umgesetzt: der »Stuhl am Stück« aus dem modernen Material Kunststoff. Der Panton Chair macht Furore.

Das Original

Die Geschichte des Panton Chair begann Ende der 1950er-Jahre. Der dänische Designer Verner Panton entwickelte die Idee zu einem freischwingenden Stuhl, jedoch kein Hersteller wollte den gewagten Entwurf realisieren. Willi Fehlbaum, der Gründer von Vitra, fand die Idee interessant, aber sah zunächst keine Realisierungsmöglichkeit. Nach der Begeisterung von Rolf Fehlbaum und Manfred Diebold, Leiter der Produktentwicklung startete Vitra 1963 zusammen mit Verner Panton die Entwicklung einer der auffälligsten und bekanntesten Ikonen im Stuhldesign des 20. Jahrhunderts. Nach Jahren des Forschens, des Ausprobierens, des Fallenlassens und des Erarbeitens von Prototypen wurde die endgültige Form des Pantons definiert.

1967 konnte der Panton Chair in einer kleinen Vorserie von knapp 150 Stück aus kaltgepresstem, fiberglasverstärkten Polyester hergestellt werden. Es war damit der erste aus einem Stück gefertigte Vollkunststoffstuhl der Geschichte. Die Nachfrage konnte mit dem teuren und aufwendigen Verfahren nicht befriedigt werden. So folgten weitere Tests mit einem neuen Polyurethan-Hartschaum. Damit konnten größere Stückzahlen gefertigt werden, jedoch war eine aufwendige manuelle Nachbearbeitung notwendig.

 

Deshalb folgten weitere Materialversuche mit einem thermoplastischen Kunststoff. Man glaubte die Lösung gefunden zu haben, denn das damit mögliche Spritzgussverfahren verminderte den Nachbearbeitungsaufwand. Jedoch zeigte sich das Material als weit weniger alterungsbeständig und führte zu Brüchen. 1979 wurde daraufhin die Produktion eingestellt. Es dauerte Jahre, bis Vitra sich vom Schock des Qualitätsproblems erholt hatte, aber das Interesse am Panton Chair lebte weiter.

In den 1990er-Jahren animierten die fortschreitende Kunststofftechnologie und die neuen Möglichkeiten des Spritzgussverfahrens Panton und Vitra, auf den Entwurf zurückzukommen. 30 Jahre nach Beginn der Serienreife konnte der Kunststoffstuhl als preiswertes Industrieprodukt gefertigt werden. Kurz vor der Präsentation im Jahr 1999 verstarb Verner Panton. Vitra produziert den Stuhl seither mit glänzender oder matter Oberfläche und seit 2007 auch nach ursprünglichen Plänen des Designers als Kinderstuhl Panton Junior.

„Vitra hat an die Idee geglaubt“

Verner Panton